Traumhaus am Meer

 

Wir, Elvira(Jg.´59) und Matthias(Jg.´55), sind ein deutsches Paar, das sich den Traum vom Haus am Meer erfüllt hat. Unser Traumhaus steht am Strand von Northern Samar, einer Insel auf den Philippinen auf einem einen Hektar großen Grundstück mit einer 116 Meter langen Beachfront. Daneben befindet sich ein Gästehaus. Von beiden hat man einen fantastischen Ausblick aufs Meer und das Auf- und Untergehen der Sonne. Das Haupthaus verfügt im Erdgeschoß noch über eine Ausbaureserve für zwei große Appartments von 70 bis 90 Quadratmetern. Daß unser Grundstück auch noch Platz für mehrere Häuser bietet, liegt auf der Hand und ist der Grund, warum diese Seite erstellt wurde. Das gleiche gilt übrigens auch für Günter, unseren österreichischen Nachbarn und seine philippinische Freundin Roquelyn, deren Grundstück genau hinter dem unseren liegt. Gemeinsam sind wir der Ansicht, daß unser Leben abwechslungsreicher und interessanter wäre, wenn sich ein paar Gleichgesinnte mit uns zusammentun und mit uns leben würden. Sie können von unserer Philippinenerfahrung, unserer Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten und von unseren Beziehungen profitieren. Außerdem können wir gemeinsam unsere Lebenshaltungskosten senken, indem wir uns die Ausgaben für Hausangestellte, Kraftfahrzeuge, Generator oder einen – bisher noch nicht gebauten - Swimming Pool teilen. Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist, daß sich immer jemand um ihren Besitz kümmert, wenn sie es vorziehen sollten nicht das ganze Jahr über vor Ort zu sein. Sie sehen, es gibt einige Argumente, die für ein solches Gemeinschaftsprojekt sprechen.

Vorher sollte man sich aber ausgiebig kennenlernen. Die Menschen und die Lebensumstände.

Wie wäre es also, wenn sie für ein paar Wochen oder Monate unser Gästehaus, oder wenn wir selbst nicht da sind, auch unser Haupthaus mieten und ausprobieren, ob ihnen das Leben auf den Philippinen und mit uns zusagt? Wir alle freuen uns darauf, sie bei uns zu begrüßen und sie auf ihrem Weg zum Traumhaus am Meer zu begleiten. Vorher geben wir ihnen aber noch ein paar ungeschönte Informationen über unsere zweite Heimat.

 

Geographie:

Unsere Anwesen stehen an einem Strand der Provinz Northern-Samar. Die Ortschaft heißt Bobon und besitzt sogar eine Postleitzahl mit immerhin vier Stellen: 6401. Der Ortsteil, das Barangay, wie man auf den Philippinen sagt, heißt Magsaysay und weil es bei uns im postalischen Sinne keine Straße gibt – wir und unsere Nachbarn bewohnen zusammen ja nur vier Häuser – haben wir stattdessen einen sitio. Das kommt aus dem Spanischen und bezeichnet einfach einen Ort.

Unsere Postanschrift lautet also :

 

Matthias Auer

Sitio Kahitaasan

Bgy Magsaysay

6401 Bobon

Northern Samar

Philippines

 

Northern-Samar ist eine von drei Provinzen, in die sich Samar gliedert. Die anderen heißen Eastern-Samar und (Western-)Samar.

Wie ich mir habe sagen lassen ist Samar nach Luzon, Mindanao und Negros die viertgrößte Insel der Philippinen und gehört zur Inselgruppe der Visayas.

Die Insel hat eine Fläche von 13.080 km² auf der etwa 1,6 Millionen Einwohner leben. Das sind etwas mehr als 122 Einwohner pro Quadratkilometer. Unsere Provinz Northern-Samar ist zwar mit 157 Einwohnern pro Quadratkilometer die am dichtesten besiedelte, liegt aber immer noch deutlich hinter der Bundesrepublik zurück., wo sich durchschnittlich 229 Einwohner auf jedem Quadratkilometer drängen oder tummeln – wie immer man das sehen will.


 

Klima

Obwohl die Monate Mai und Juni als die trockensten gelten, wird das Klima der Provinz nicht durch eine eindeutige Trockenzeit und Regenzeit bestimmt. Die stärksten Regenfälle sind dagegen zwischen Ende Dezember und Februar zu erwarten. Doch wie überall auf der Welt scheint auch in Northern Samar das Klima etwas durcheinander geraten zu sein, sodaß die Regenzeit mal früher, mal später beginnt und auch in ihrer Dauer schwankend sein kann.


 

 

Anreise

Von Manila aus erreichen sie uns entweder mit Bus und Fähre oder mit dem Flugzeug. Die Busreise ist zwar in der Regel preiswerter, sollte aber allein schon wegen der Dauer von über zwölf Stunden eher als Notlösung angesehen werden. Außerdem sollte der Busreisende unbedingt über warme Kleidung verfügen, denn die Busse werden dermaßen heruntergekühlt, daß nicht wenige ihren Bestimmungsort mit einer heftigen Erkältung erreichen. Die Provinzhauptstadt Catarman ist aber auch täglich mit dem Flugzeug zu erreichen. Drei Fluggesellschaften teilen sich die Destination: www.airphilexpress.com  , www.cebupacificair.com  sowie www.zestair.com.ph , bei denen sie ihr Ticket online buchen können. Je länger im Voraus gebucht wird, desto günstiger ist das Ticket. Das kann z.B. so aussehen: Manila-Catarman fünf Tage im Voraus 2382 Peso (ca. 40 Euro), einen Monat im Voraus 1186 Pesos (ca. 20 Euro). Günter berichtet mir, daß er für seinen letzten Flug von Catarman nach Manila sogar nur 590 Pesos, also weniger als 10 Euro bezahlt hat.

 

Außerdem empfehle ich auf Grund folgender Erfahrung, unbedingt den Hin- und den Rückflug separat, also als verschiedene Vorgänge zu buchen. Bei der Anreise wurde nämlich unser gebuchter Flug von Manila nach Catarman wegen schlechten Wetters gecancelled, daraufhin kauften wir für den nächsten Tag ein Ticket bei Philexpress und wollten deshalb von Cebu-Pacific den Flug erstattet haben. Man war aber lediglich bereit uns einen 90 Tage gültigen Gutschein zuzugestehen, was wir zähneknirschend akzeptierten. Die Überraschung kam dann beim Rückflug. Beim Einchecken erfuhren wir nämlich, daß die Mitarbeiterin in Manila auch unseren Rückflug gecancelled hatte, wir also nicht im Besitz gültiger Tickets waren. Auf so eine Schnapsidee muß man erst einmal kommen! Wir mußten also neue kaufen, die dann richtig teuer wurden, nämlich 7500 Pesos (125 Euro) pro Stück, also mehr als das sechsfache der günstigsten Version.

Zu solchen Flugausfällen kommt es übrigens in aller Regel nicht wegen Stürmen oder wie auch immer gearteten anderen Unwettern, sondern schlicht und einfach wegen tiefhängender Wolken. Der Flughafen Catarman, zwölf Autominuten von uns entfernt, kann nämlich nur auf Sicht angeflogen werden, was sich aber demnächst ändern soll. Die geringe Entfernung zum Flughafen ist recht praktisch. Für uns war sie ein wesentliches Kriterium, uns für diesen Ort zu entscheiden.


 

Behörden

Die Philippinen zeichnen sich durch Umständlichkeit aus. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: There is allways a way, es gibt immer einen Weg, der aber in aller Regel nicht völlig kostenfrei ist. Die Stromrechnung wird beispielsweise nicht von einem Konto abgebucht, nein, sie wird im Büro der Norsamelco, so heißt die Elektrizitätsgesellschaft, in bar bezahlt, was natürlich mit erheblichen Wartezeiten einhergeht. Wir ersparen uns diese Wartezeit, indem wir einem Bekannten, dessen Frau dort angestellt ist, den jeweiligen Rechnungsbetrag plus ein Trinkgeld für die Gefälligkeit übergeben. Die Frau zahlt den Betrag dann für uns ein. Irgendwie merkwürdig ist auch der Umstand, daß man ihnen auf den Philippinen zwar eine Daueraufenthaltsgenehmigung ausstellt, sie dort bauen läßt, es ihnen aber andererseits verwehrt sich bei ihrem Stromversorger unter eigenem Namen anzumelden. Angeblich hat das etwas mit der Gesellschaftsform dieses Stromerzeugers zu tun, bei dem es sich um so eine Art von Genossenschaft handelt, bei der der Kunde Mitglied wird. Mitglied kann aber nur ein Filipino werden. Lösung: Wir sind unter dem Namen eines philippinischen Staatsbürgers angemeldet – in diesem Fall ohne dafür zu bezahlen. Der Barzahlungsmodus gilt übrigen auch für die jährlich zu bezahlende Grundsteuer und für eine jährliche Gebühr von 310 Pesos, also gut fünf Euro, die bei unserer Form der Daueraufenthaltsgenehmigung zu bezahlen ist. Diese annual fee muß normalerweise bei der Immigration in Manila oder im knapp dreihundert Kilometer entfernten Tacloban bezahlt werden. Es liegt also auf der Hand, daß die Reisekosten jeweils ein mehrfaches der Gebühr betragen und wir dankbar waren, daß sich ein Mitarbeiter der Immigration bei uns meldete und anbot das Geld gegen einen kleinen Obolus bei uns vor Ort einzusammeln. Für 2011 gab es diesen Service plötzlich nicht mehr und als wir unsere Fee kurz nach der Einreise in Manila bezahlen wollten, mußten wir zur Kenntnis nehmen, daß unsere Zahlung nicht weitergeleitet worden war. Die von Günter, unserem Nachbarn aber schon, wie wir gleich auf telefonische Anfrage erfuhren. Nicht wirklich ein Problem, denn wir haben ja die Quittungen, aber der Vorfall zeigt halt, daß man sich auf die eine oder andere Besonderheit einstellen muß. So ziemlich jeder Ausländer, den sie auf den Philippinen fragen, kann die eine oder andere Anekdote zu diesem Thema beisteuern.

Lebenshaltungskosten

Auf Philippinenseiten wird unter Hinweis auf die Preise für Zigaretten (50 Cent pro Packung) oder Tanduay Rum (1,20 Euro pro 0,7 Literflasche), gerne so getan, als sei das Leben dort ungeheuer günstig. Auch Benzin ist mit knapp über einem Euro billiger als bei uns, Fleisch und Fisch sind ebenfalls günstiger. Dagegen sind Kartoffeln, Gemüse, Kaffee und Wein eindeutig teurer. Es kommt also sehr darauf an, welche Bedürfnisse man hat. Zu zweit brauchen wir für unseren Lebensunterhalt, inklusive des Unterhalts für Auto und Motorrad zwischen 700 und 800 Euro im Monat. Dafür verantwortlich ist auch die häufig schlechte Qualität vieler Waren, die immer wieder Reparaturen und Neuanschaffungen nötig macht. Beispielsweise wird es ihnen schwerlich gelingen mit einer handelsüblichen Fliegenklatsche mehr als zwanzig Fliegen ins Jenseits zu befördern. Dann fällt sie nämlich auseinander. In ähnliche Höhe dürfte sich die Zahl der Dosen bewegen, die sie mit einem handelsüblichen Dosenöffner bewältigen können. Auch die Schlösser unserer Balkonschiebetüren, besitzen ein Bauteil aus Aluguß, das alle paar Monate auseinanderbricht. Man sollte also nicht zu knapp kalkulieren und immer auch Geld für Unvorhergesehenes in Reserve halten.


 

Einkaufen

Während in Großstädten wie Manila oder Cebu City Einkaufsverhältnisse anzutreffen sind, wie wir sie auch in Europa kennen, liegen die Dinge in unserer acht Kilometer Provinzhauptstadt Catarman nicht ganz so einfach. Im Wesentlichen verfügen dort alle Geschäfte in etwa über das gleiche Warenangebot. Typischerweise ist aber in jedem Geschäft irgendein Gegenstand des täglichen Bedarfs gerade nicht vorrätig, was zur Folge hat, daß eine Einkaufstour sich aus mehreren Stationen besteht. Ritter Sport Schokolade und eine akzeptable dänische Dosenwurst gibt es in der Apotheke, vieles andere gibt es dann im Camille Supermarkt, nur leider gerade keine Eier. Die findet man dann reichlich bei etlichen Marktständen. Klopapier gibt es wieder woanders und Bohnenkaffee nur im Coffee Hub, wo wir gerne auch mal ein Tässchen trinken und den Verkehr beobachten. Gutes Toastbrot gibt es dann im Monterey Meatshop. Sehr begrenzt ist die Auswahl an Molkereiprodukten. Es gibt im Grunde nur eine Käsesorte, die aber, angepaßt an die örtlichen Verhältnisse, den Vorzug hat auch ohne Kühlschrank lange haltbar zu sein. Quark und Frischkäse sucht man überhaupt vergebens und auch die Wurstauswahl ist sehr überschaubar. Wobei mittlerweile eine Fleischwurst erhältlich ist, die sich durchaus mit deutschen Produkten messen kann. Frisch gefangener Fisch meistens und Reis sind hingegen preiswert und in guter Qualität erhältlich. Beim Obst ist die Auswahl ordentlich, die Preise haben aber durchaus beinahe europäisches Niveau. Gemüse ist sogar eher teurer, weil es einen langen Weg zurücklegen muß und geeignete klimatische Verhältnisse zum Gemüseanbau auf den Philippinen eher selten anzutreffen sind. Unser Gemüse kommt in der Regel aus der Höhenlage um Baguio, nördlich von Manila.

Medizinische Versorgung

In Catarman gibt es ein Krankenhaus und zahlreiche niedergelassene Ärzte, bis hin zum Psychiater. Außerdem mehrere Zahnärzte, deren Ausstattung teilweise westlichen Ansprüchen gerecht wird. Gerade ist wieder ein Medical Center im Bau, das die Standards vermutlich erhöhen und aus meiner Sicht nachgerade zu einem Überangebot an medizinischen Leistungserbringern führen wird. Unter ästhetischen und Komfortgesichtspunkten kann ein Aufenthalt in diesem Krankenhaus nur unter größten Vorbehalten empfohlen werden. Wir besuchten einen Deutschen, dem wegen seines Diabetes dort der Vorderteil des Fußes amputiert wurde. Er harrte seiner Genesung in einem heruntergekommenen Mehrbettzimmer ohne Ventilator, wohingegen in den Büros sehr wohl eine angemessene Belüftung herrschte. Ich hätte es in wachem Zustand dort keine halbe Stunde ausgehalten. Die Amputation selbst war aber offenbar ordentlich ausgeführt worden. Eine weitere Besonderheit besteht im Mangel an medizinischem Material, das selbst in der Apotheke besorgt werden muß. Als ein Verwandter von Günters Freundin sich eine Platzwunde am Kopf zugezogen hatte, wurde er erst einmal weggeschickt, um das zur Wundversorgung erforderliche Material zu besorgen. Diese Verfahrensweise ist wahrscheinlich auf die unterstellte begrenzte Zahlungsfähigkeit philippinischer Patienten zurückzuführen.

Es ist deshalb von Vorteil, wenn man Schwester Sabine(siehe Bild) kennt, eine weltliche Franziskanerin, die zwanzig Kilometer von Catarman entfernt, in Bugko, das von der Stiftung Hilfswerk deutscher Zahnärzte finanzierte und gut ausgestattete Primary Health Care Center aufgebaut hat und betreibt. Sister Sab, wie sie vor Ort genannt wird, repräsentiert das, was man gemeinhin unter echtem Deutschtum versteht: Kompetenz, Hilfsbereitschaft und Organisationstalent. Als ich einmal durch eine Glastür gerannt war und eine tiefe Schnittverletzung am Oberarm genäht werden mußte, war sie gleich zur Stelle und sorgte im Krankenhaus für meine angemessene Versorgung, übrigens durch den selben Arzt, der bei dem anderen Deutschen die Amputation vorgenommen hatte. Die Rechnung betrug dann umgerechnet zweieinhalb Euro. Merke: Auf den Philippinen ist es für jeden Bereich des täglichen Lebens wichtig, daß man „jemanden kennt“, der einem behilflich sein kann.

Mentalität

Das Verhalten von Filipinos und daraus resultierend das, was der Deutsche als philippinische Mentalität, man könnte auch sagen als den Volkscharakter wahrnimmt, wird zwangsläufig durch das deutlich zu Tage tretende Wohlstandsgefälle zwischen beiden Gruppen geprägt. Etliche Filipinos sehen im Westler nämlich vor allem jemanden, dem man eine Ware oder Dienstleistung zu einem überhöhten Preis andrehen kann. Sie werden kaum verhindern können, daß ihnen das im einen oder anderen Fall auch tatsächlich passiert und sie z.B. für einen Fisch die Hälfte mehr bezahlen als ein Einheimischer.

Äußerste Zurückhaltung ist geboten, wenn sie das Wort borrow, also borgen, leihen im Zusammenhang mit Geld aus philippinischem Munde hören. Das Geld, das sie verleihen ist mit nahezu absoluter Sicherheit ein für allemal weg. Das philippinische Gewissen wird davon wenig geplagt, denn man geht davon aus, daß das Geld eben einfach da ist. Daß von ihnen irgendwann einmal eine Leistung erbracht wurde, in deren Folge das Geld in ihren Besitz gelangt ist, scheint für viele Einheimische außerhalb ihres Vorstellungsvermögens zu liegen.

Das heißt aber keineswegs, daß alle Filipinos unehrlich wären. Mir sind schon Angestellte aus dem Hardwarestore nachgerannt, als ich dort das Wechselgeld vergessen hatte oder als mir eine Frau an einer Colaflaschentankstelle versehentlich zuviel berechnet hatte, wurde mir der Betrag beim nächsten Tanken von der Tochter erstattet. Ich habe ihr das Geld aber gelassen, um sie in ihrem Verhalten zu bestärken.

Ebenso scheint es in Fragen von Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit ein Nord – Südgefälle zu geben. Ich muß aber sagen, daß ich glaube dieses Problem wenigstens einigermaßen gelöst zu haben, zumindest was das Handwerk betrifft. Beispielsweise steht unser Generatorexperte Rico innerhalb von ein oder zwei Stunden auf der Matte, wenn ich ihm eine SMS geschickt habe. Ich vermute, daß das an einem angemessenen Umgangston und an der etwas mehr als üblichen, aber keineswegs verschwenderischen Bezahlung liegt. Einige Filipinos, aber sicher noch nicht die Mehrheit, haben also verstanden, daß durch eine längerfristige, zur Zufriedenheit beider Seiten beitragende Geschäftsbeziehung mehr Wohlstand zu generieren ist, als durch das einmalige Übervorteilen des Gegenübers.

Strom, Wasser und Gas

Der Strom für Northern Samar kommt aus einem geothermischen Kraftwerk auf Leyte. Gewöhnlich wird an Samstagen von acht Uhr bis siebzehn Uhr der Strom abgestellt, um Wartungsarbeiten durchzuführen, was dann als „scheduled brownout“, also als geplante Stromabstellung bezeichnet wird. Neben den geplanten Stromabstellungen gibt es in unregelmäßigen Abständen auch ungeplante brownouts, die ein paar Minuten oder auch mehrere Stunden dauern können. Für solche Fälle verfügen wir über einen eigenen Dieselgenerator, der dann Kühlschränke, Lampen, Ventilatoren und, ganz wichtig, die Wasserpumpe versorgt. Unser Wasser ist nämlich Grundwasser von guter Qualität, das wir seit Jahren ohne Komplikationen trinken. Wir beziehen es über eine Bohrung, eben mit Hilfe dieser Pumpe, die es entweder zu den jeweiligen Zapfstellen oder in einen Hochtank befördert. Günter hat einen. Der Vorteil ist, daß er auch dann noch fließendes Wasser hat, wenn der Strom weg ist. Kleiner Nachteil: Das Wasser ist nicht mehr so schön kühl, wie das, das direkt aus dem Boden kommt. Der Strom ist übrigens keineswegs billiger als in Deutschland. Wenn man den Kauf und die Unterhaltung des Generators mit in die Kalkulation aufnimmt, sogar teurer.

Gekocht wird mit Gas aus Flaschen. Dadurch muß man nicht gleich den Generator anwerfen, wenn man einen Kuchen im Backofen hat und der Strom ausfällt.

Verkehr

Da der Individualverkehr in unserer Gegend nicht allzu ausgeprägt ist, hält sich das Gedränge auf den Straßen,wenn man einmal von Catarmans Innenstadt absieht, in Grenzen. Die meisten Filipinos benutzen die legendären Jeepneys, Tricycles oder das Pedicab, ein Fahrradtaxi, das innerorts ganz praktisch und auch preiswert ist. Es sei denn, man ist groß und vielleicht auch noch korpulent. Dann ist es nur noch preiswert und für den Fahrer eine gewisse Zumutung, die er aber geduldig auf sich nehmen wird. Man kann sagen, daß der öffentliche Nahverkehr auf den Philippinen mit zum effektivsten gehört, was das Land zu bieten hat. Der im Verhältnis zu den gezahlten Löhnen relativ hohe Benzinpreis von über einem Euro zwingt dazu.

Autos sind in unserer Gegend, wie wohl auf den gesamten Philippinen, den betuchteren Kreisen, NGOs, also spendenfinanzierten Hilfsorganisationen und natürlich der Regierung vorbehalten. In der Regel handelt es sich hierbei um japanische Pickups, SUVs oder Vans.

Wer in der sozialen Hierarchie schon etwas aufgestiegen, aber noch nicht ganz oben angekommen ist, fährt eines der in Jeepoptik anzutreffenden „homemade Cars“, alte Kisten, um die eine neue Karosserie herumgebaut wurde.

Den Einstieg in die Motorisierung bilden aber Leichtmotorräder zwischen hundert und hundertfünfzig Kubikzentimetern Hubraum, die nicht selten mit vier bis sieben Personen besetzt sind und – jedenfalls die etwas größeren- auch zum Transport unglaublich vieler Coprasäcke eingesetzt werden. Beim Kauf eines Motorrades empfiehlt es sich übrigens auf ein gängiges Modell zurückzugreifen. Sie können dann mit einer gesicherten Ersatzteilversorgung und kompetenten Mechanikern rechnen.

Hin und wieder kann man auch einen Reiter auf einem zierlichen Pferdchen die Straße entlang galoppieren sehen. Weniger selten sind Carabaos, Wasserbüffel, die aber mehr die Rolle landwirtschaftlicher Nutzfahrzeuge spielen, als dem Personennahverkehr zu dienen. Beide Vierbeiner werden typischerweise neben der Straße, sozusagen auf dem Grünstreifen fortbewegt, was ihren Hufen sicher zuträglicher ist als die harte Betonpiste.

Rechtsstaatlichkeit

Mit Recht weist die deutsche Botschaft auf folgendes hin:

“Die in der Regel außerordentlich lange Verfahrensdauer, ein oftmals schwer absehbarer Prozessausgang und hohe, von den Parteien selbst zu tragende Anwaltsgebühren lassen eine prozessuale Geltendmachung von Rechten vor philippinischen Gerichten vielfach nicht angezeigt erscheinen.”

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Also besser die Augen aufhalten, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Das ist auch in Deutschland die stressärmere Variante.

Sicherheit

Es gibt da eine gute Nachricht und eine schlechte. Zuerst die schlechte: Die Philippinen haben eine recht hohe Mordrate von zwanzig Ereignissen je 100.000 Einwohner. (Deutschland 0,8, Österreich 0,6, Schweiz 0,7, Südafrika 68). Die gute: In aller Regel sind Ausländer nach meinem Kenntnisstand eher selten betroffen. Das liegt daran, daß die Motive häufig politischer oder wirtschaftlicher Natur sind. Da für Ausländer aber eine Einmischung in politische Angelegenheiten ein Ausweisungsgrund ist und sie in der Regel keinem Broterwerb nachgehen, kommen sie als Opfer auch seltener in Frage. Ungeachtet dessen sollten die allgemeinen Sicherheitsempfehlungen wie nicht mit Geld oder Schmuck zu protzen, etc. überall, nicht nur wegen der Sicherheit, sondern auch aus Anstand, unbedingt beachtet werden.

Visa

Wenn sie als Tourist auf den Philippinen einreisen, haben sie automatisch eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Wochen:

http://www.philippine-embassy.de/bln/images/ConsularSection/VisaServices/pdf/Rechnen21Tage.pdf

Informationen über eine permanente Aufenthaltsgenehmigung finden sie auf der Seite der philippinischen Botschaft:

http://www.philippine-embassy.de/bln/index.php?option=com_frontpage&Itemid=1


 

Leben am Meer

Das Meer vor der Haustür, ein kilometerlanger Strand, stets gesunde Salzluft atmen, jederzeit ein Bad nehmen können und mit einem kühlen Getränk in der Hand den Sonnenuntergang beobachten – das alles hat schon was. Doch wie heißt es im >Ring des Polykrates< so treffend,

Fürwahr ich muß dich glücklich schätzen,

Doch, spricht er, zittr´ ich für Dein Heil!

Mir grauet vor der Götter Neide,

Des Lebens ungemischte Freude

Ward keinem irdischen zu Theil

Doch keine Sorge! Vor dem Neid der Götter schützen den Strandbewohner nämlich ein paar unerwünschte Nebenwirkungen, die sich störend in die Freude mischen – und zwar ganz besonders dann, wenn man über die einschlägigen Sachverhalte nicht informiert ist. Die kerngesunde, dem menschlichen Organismus so zuträgliche Salzluft, setzt nämlich so ziemlich allem kräftig zu, was aus Metall besteht. Insbesondere gilt das für Autos, Motorräder, Computer und Unterhaltungs-elektronik, aber auch für Messer, Werkzeuge und Türscharniere. Mir war das nie bewußt geworden, obwohl ich, weiß Gott, schon viele Urlaube am Meer verbracht hatte und Reisen ja angeblich bildet. Aber wirklich schlauer wird man nur, wenn man längere Zeit an einem Platz wohnt. Die gute Nachricht ist, daß man sich durch entsprechende Vorkehrungen vor Vielem schützen kann. Also beim Hausbau, wo immer es geht, auf Metall verzichten, Gebrauchsgegenstände aus Metall sorgfältig verpacken. Beim Computer gilt: Zum Laptop greifen. Bei meinem Desktop waren bereits nach sechs Wochen die ersten Ersatzteile nötig und nach zwei Jahren war er dann ganz kaputt. Nachbar Günters Laptop hat dagegen die ganze Zeit über störungsfrei funktioniert. Genauso scheint es sich mit konventionellen Fernsehgeräten und Flachbildschirmen zu verhalten. Unsere elektrische Küchenmaschine hat allerdings die ganze Zeit über noch nie geschwächelt. Ganz wichtig, denn Elvira bäckt unser Brot selbst.

Was also tun ?

Sicher ist: Das schöne Leben am Meer und das warme Klima haben auch ein paar Schattenseiten und sind weder zum finanziellen, noch zum nervlichen Nulltarif zu haben. Andererseits gibt es überall Mißstände und Nachteile über die man sich aufregen kann. Jeder muß halt das Land suchen dessen Mißstände am besten zu ihm passen. Ein norwegischer Bekannter von mir hatte ständig drei Sprüche parat, von denen einer immer ganz bestimmt auf jede denkbare Situation anwendbar ist :

a) This is a developing country

b) It takes time in this country

c) It´s part of their culture

Wenn sie sich diese Einsichten stets vor Augen halten, sind sie für alle Eventualitäten gewappnet.

Es wird also am besten sein, sie schnuppern mal rein, indem sie ein paar Monate ganz gemütlich und ohne Zwänge auf unserem Anwesen verbringen und sich dann entscheiden, ob ihnen ein Leben – ganz oder teilweise- auf den Philippinen zusagt. Eine mögliche Anlaufstelle haben sie jetzt. Wir freuen uns auf sie !

Für weitere Fragen stehen wir ihnen unter matthias_auer@gmx.de gerne zur Verfügung!


 

Matthias und Elvira


 



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